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  • Amelie Dietrich

Die schöne neue Arbeitswelt

Aktualisiert: 23. Juli


Wer wünscht sich nicht mehr Flexibilität und Selbstbestimmung im Job und eine gute Work-Life-Balance oder Work-Life-Blending? Nicht ans Firmenbüro gebunden zu sein, stattdessen an einem "Third Place" zu arbeiten und den Kontakt zur Führungskraft und zum Team online zu halten... und am besten noch weit weg von "9-to-5", um über seine Arbeitszeiten selbst entscheiden und sich nach privaten Umständen richten zu können. Das verspricht der Wechsel von "Office Only" hin zu "Remote Working" mit schlagkräftigen Vorteilen:


Neben einem Höchstmaß an Flexibilität entfällt der Arbeitsweg, es tut der Umwelt und der Familie gut, und spart dem Arbeitgeber auch noch Kosten. Und dann ist immer wieder zu lesen, dass die Produktivität genauso steigt wie die Zufriedenheit der Mitarbeiter*innen. Allerdings...

Die aktuelle Studie "Hybrid Work 2022" von CIO, CSCO und COMPUTERWOCHE zeigt, dass die Praxis der Theorie "Schöne neue Arbeitswelt" hinterherhinkt und sich schwieriger gestaltet als gedacht. Das hat gute Gründe: Weil Remote-Worker eine gesunde Portion Disziplin brauchen, um Arbeits- und Privatleben gut voneinander zu trennen, weil sie die Technik beherrschen müssen und sie funktionieren muss, weil die ständigen Online-Meetings auf Dauer doch mühsam sein können und irgendwann der persönliche Kontakt, der kurze Austausch oder das gemeinsame Brainstorming vor Ort fehlt. Vom Tapetenwechsel ganz zu schweigen. Last but not least: Gibt es heute noch etliche Grauzonen im Arbeitszeit- und Gesundheitsschutz.

Ob Remote-Work in einer Organisation letztlich gelingt, steht und fällt mit dem gelebten Führungsstil und den Kompetenzen der Chefs und Chefinnen. Jedes Unternehmen sollte also ganz genau prüfen, welche Arbeitsmodelle, sie ihren Mitarbeiter*innen anbieten möchten oder können und eine eigene Strategie entwickeln. Für die einen ist hybrides Arbeiten die Lösung, andere werden weiterhin auf Anwesenheitspflicht setzen, andere können gut mit Remote Work leben. Fest steht jedenfalls, dass das klassische Büro zunehmend an Bedeutung verlieren und sich zu einem Ort des gemeinsamen Kreierens und Schaffens wandeln wird: Co-Creation und Co-Working sind die neuen Schlagwörter.

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