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  • Adrian Janosch

Urlaub auf Knopfdruck geht nicht

Aktualisiert: 23. Juli


Endlich Urlaub, endlich Seele baumeln lassen oder sportlich aktiv... egal, wie wir unseren Urlaub verbringen oder wie lange wir weg sind - kaum zurück, holt uns der Alltag mit aller Macht wieder ein. Zahlreiche Studien liefern eine ernüchternde Bilanz: der ganze Erholungseffekt eines Urlaubs hält in der Regel nicht länger als vier Tage. Ganz verflogen ist er spätestens nach ein bis zwei Wochen. Der Erholungseffekt aber ist genau das, was wir uns vom langersehnten Urlaub versprechen. Eine Auszeit, um Ressourcen wieder aufzufüllen. Leider funktioniert das aber nicht auf Knopfdruck. Die Gleichung "Urlaub ist gleich Erholung" geht bei beruflich Dauergestressten schon gar nicht auf, weil in der Regel die Arbeit im Kopf mit dabei ist.


Um den Kopf freizukriegen und in den "Offline-Modus" zu schalten, kostet das schon mal die ersten Tage am Ferienort. Jeder Akku braucht mal eine Pause. Viele Menschen wünschen sich das, für einige scheint es eine unlösbare Aufgabe zu sein. Hinzu kommt der Vorurlaubsstress, den wir uns obendrauf noch machen, die Angst vor der Abreise nicht alles fertig zu bekommen... Dabei darf ruhig mal vor der Abreise was liegen bleiben, auf dem Schreibtisch genauso wie in der Waschküche.

Expert*innen empfehlen, die "schönste Zeit des Jahres" keinesfalls bereits im Vorfeld mit zu hohen Erwartungen zu belasten, weil damit Stress vorprogrammiert ist. Auch eine falsche Erholungsstrategie ist kontraproduktiv. Im Urlaub sollten wir vielmehr genau das tun, was wir gerade brauchen und was uns gut tut. Dabei hilft es, einen Kontrast zum normalen Alltag zu schaffen, also genau das zu tun, was wir sonst nicht machen: neue Aktivitäten ausprobieren, die Gegend erkunden, neue Ideen sammeln, neue Gewohnheiten einüben, sich bewegen oder dem süßen Nichtstun frönen. Ein Urlaub mit einem gesunden Mix aus Relaxen und Aktivitäten begünstigt die Entspannung und lässt den Geist schneller zur Ruhe kommen.

Das Gute: Abschalten können und Entspannen sollten wir trainieren. Und das geht am besten, wenn man sich häufiger eine Auszeit nimmt und die Akkus immer wieder und übers ganze Jahr verteilt mit verlängerten Wochenenden oder Kurzurlauben auffrischt. Noch ein Tipp: Rituale aus dem Urlaub mitnehmen und in den Alltag integrieren - das kann die Yoga-Übung am Morgen sein, der Spaziergang am Abend oder die Handypause.

Wissenswertes zum Thema von Prof. Hannes Zacher, Arbeits- und Organisationspsychologe an der Uni Leipzig: https://www.mdr.de/wissen/perfekter-urlaub-tipps-100.html

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