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  • AutorenbildRuth Busl

Quiet Firing - ein perfides Managementmanöver

Aktualisiert: 27. Sept. 2023


Wenn Arbeitnehmer*innen ihre Arbeitsleistung auf das absolute Minimum herunterfahren und nur noch so viel tun, dass sie ihren Job nicht verlieren, heißt das auf Neudeutsch Quiet Quitting. Dieser sogenannten stillen Kündigung steht das Quiet Firing gegenüber - ein "stiller Rauswurf" auf der Chefseite. Im Endeffekt geht es hier darum, einen Mitarbeitenden so weit zu bringen, dass er von sich aus kündigt. Das kann einen Quiet Quitter genauso treffen wie jedes andere Teammitglied, das seinem Chef, aus welchen Gründen auch immer, schlicht nicht ins System passt. Jemanden seinen Arbeitsplatz oder die Arbeitsatmosphäre derart unangenehm oder unerträglich zu machen, dass er das Unternehmen freiwillig verlassen möchte, geht auf vielen Wegen. Laut Süddeutschen Zeitung scheint dieses Phänomen mehr als angenommen verbreitet zu sein. Betroffene tauschen ihre Erfahrungen in den Sozialen Medien unter dem Hashtag #quietfiring aus. Lesen Sie dazu unseren Blogbeitrag.

Dabei scheinen Vorgesetzte aus dem Vollen zu schöpfen: Einstellen der Kommunikation, Ausgrenzen aus dem Team, absichtliche Verschlechterung der zwischenmenschlichen Beziehung, kein Zugangs zu einer wichtigen Datenbank, Verweigerung einer Dienstreise, Gehaltserhöhung oder Weiterbildungsmaßnahme... Auch kleine oder größere, stille oder laute Demütigungsgesten zählen zu den zermürbenden Instrumentarien. Welche Strategie ein Vorgesetzter zum gezielten Vergraulen eines lästigen Angestellten auch aus der Tasche ziehen mag, beim Quiet Firing wird er niemals unter die Gürtellinie gehen. Denn das wäre offenes Mobbing. Solche Zermürbungsmanöver können sich allerdings ganz schön in die Länge ziehen und so dem Unternehmen viel Zeit und Geld kosten. Denn kalt gestellte Mitarbeitende können schnell auch zum Quiet Quitter werden. Die Krux bei der Sache ist, dass Chefs, die das Quiet Firing-Manöver einsetzen, zwar ihre Macht demonstrieren wollen, es aber doch eher ein Zeichen ihrer Ohnmacht und Inkompetenz als Führungskraft ist - zumindest sind sie nicht in der Lage, einen Mitarbeiter formal korrekt zu kündigen, wenn dieser an der falschen Position oder Stelle sitzt.



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